Pony-Express

von Martina & Gerhard

September/23/2009 – Sacramento in Kalifornien-

Endstation unserer Tour durch 10 Staaten der USA auf den Spuren des Pony-Express. Viele Meilen haben wir seit dem Start in St. Joe, Missouri zurückgelegt. Unbeschreiblich schöne Landschaften haben uns hierher begleitet, wir waren beeindruckt von den endlosen Weiten und imponierenden Bergmassiven dieses wunderschönen, großen Landes. Wir liebten die unberührte Natur aber auch den Spirit des Asphalts  auf den Highways, beides  gab uns ein Gefühl von Freiheit. Unsere Harley hat uns keine Minute im Stich gelassen. Kälte am Morgen wie auch die Mittagshitze hat sie klaglos hingenommen, wir haben ihr zuverlässiges Gurren und Brummen auf einsamen Strecken genossen.  

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Viele neue Kontakte wurden auf dieser wundervollen Tour geschlossen, gegenseitige Einladungen ausgesprochen und so manche ausgelassene Party gefeiert. Wir sind angerührt von dem nicht enden wollenden Interesse vieler Mitfahrer wenn sie hören, dass wir aus Deutschland kommen. Immer wieder sollen wir unsere Geschichte erzählen, berichten wie wir 2008 Mark und Traci vom West Bend Chapter aus Wisconsin kennen gelernt haben. Wie uns bereits zum 105.ten Geburtstag von Harley die Idee der H.O.G.- Gemeinschaft  zusammengeführt hat und das wir auf der Basis beginnender Freundschaft  dieses Jahr wieder da sind.                        

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Wiedergekommen um gemeinsam auf eine lange Strecke zu gehen, 10 Staaten in 7 Tagen zu durchqueren und mit vielen anderen Hoggies das Motto „Ride and have Fun“ mit leben zu füllen. Mark hatte sich soviel Mühe gegeben, eine tolle Route auszuarbeiten. An unserem Ankunftstag in seinem Haus haben wir die Karten ausgebreitet und sind mit viel Vorfreude die Strecke schon einmal mit dem Finger abgefahren. Die eine oder andere Überraschung hat er dann aber doch noch als As im Ärmel behalten. So haben wir als „kleine Streckenerweiterung“ noch den amerikanischen Nationalpark schlechthin „ Yellowstone „ kennen lernen können.

 Oder aber die Strecke von Carson City nach Sacramento- hier gab es Lake Tahoe mit seinem smaragdgrünen Wasser als Zugabe - was für unvergessliche Erlebnisse-

 Danke von Herzen an Dich, Mark! 

Am letzten Abend im Double-Tree Hotel in Sacramento feiern wir unsere glückliche Ankunft und das Erleben der Harley-Gemeinschaft. Wir sprechen über die Ideologie, die hinter der H.O.G. steht und immer wieder fällt von Benny das Wort „Soul“ – Seele! Beseelt sein von der Gemeinschaft Harley fahrender Menschen. Miteinander verbunden sein über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Sich als Familie zu fühlen, für einander da zu sein und ganz selbstverständlich für einander ein zu stehen.                

Wir fallen uns in den Arm und bestätigen uns gegenseitig: ja, Soul ist wohl das richtige Wort dafür! Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie wir es nur zwei Tage später (zunächst bitter) erfahren sollen.

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September/25/2009 – Interstate 80 Höhe Laramie in Wyoming – vorläufige Endstation der Rückfahrt. Sand und Kiesgeröll  auf dem brüchigen Asphalt, die schwere Maschine rutscht weg, ist nicht zu halten und wir schießen ins Off. Glück im Unglück haben wir, Schürfwunden, gebrochene Nase und Blechschaden an der Maschine, aber sofort spüren wir es: Seele! Wir werden getragen von der selbstverständliche Fürsorge von Mark und Traci, ihrem Angebot bis zum Abflug Gast in ihrem Haus zu sein, der Mithilfe des Harley-Dealers beim Abwickeln des Schadens, mitfühlender Anteilnahme neu gewonnener Freunde durch Besuche oder über Nachfragen am Telefon. Wir fühlen uns jeden Moment  wohl in dieser familiären Gemeinschaft, das Erlebte tritt ganz schnell in den Hintergrund  und am Tag unserer Abreise verlassen wir nicht nur das Land, wir lassen gute Freunde zurück! Wir nehmen den Geist der Gemeinschaft mit nach Hause und werden hier davon berichten.                                        

 Denn wer den H.O.G.-Virus in sich trägt, wird ihn so schnell nicht los und steckt so immer wieder neue Menschen damit an! Wir haben eine unbeschreiblichschöne Zeit  verbracht und werden sicherlich lange brauchen, alle Eindrücke zu verarbeiten und einzuordnen. Was wir aber jetzt bereits wissen, uns fehlen die Menschen – die Freunde und das wunderbare Land.

 Wir werden wieder kommen …..

 

           Martina und Gerhard

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