Cruising Central Florida

von Detlef Kampf

Wer nach Florida kommt und den Staat auf zwei Rädern erkundigen will, erwartet sicher nicht spektakuläre Kurven oder abwechslungsreiche Landschaften. Da wäre man an der falschen Stelle. Aber auch hier, gibt es schöne Strecken, die darauf warten entdeckt zu werden. Und natürlich die warmen Sonnenstrahlen und der mit Wattewolken behangene blaue Himmel. Nicht umsonst wird das ganze "Sunshine State" genannt. Geplant wurde das Ganze, von den freundlichen Damen von Bikethebest (www.bikethebest.de) einem Reisebüro für Harley Ausflüge in Amerika. Vorweg genommen, es war phantastisch.

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Auf einer meiner Touren machte ich einen längeren Stopp in einem kleinen Örtchen namens Edgewater, etwa 30 km südlich von Daytona Beach.

Die beste Ausgangslage für einige Freeway Meilen durch Central Florida.

Da wäre zuerst einmal der schon legendäre "The Loop" genannt. Über die Granada Brücke aus Daytona kommend geht es an der Beach Street in nördlicher Richtung. Immer vorbei am Halifax River der einen atemberaubenden Blicke auf das in der Sonne funkelnde Wasser mit seinen vielen Parks rechts und links des Weges bietet.

Im Tomoka State Park angekommen geht es unter wunderschönen 2000 Jahre alten Bäumen, die mit spanischen Moos behangen sind, wie in einem Tunnel auf sehr gut asphaltierten Straßen weiter. Wer etwas Zeit mitgebracht hat, kann den Pfad verlassen und den Bullow State Park erkunden. Aber aufgepasst, hier redet man von so genannten "Dirty Roads" die das fahren sicher nicht vereinfachen.

Oder man stellt sein Moped an einem der vielen Seen ab, und schaut den Krabbenfischern in den kleinen Flussarmen bei der Arbeit zu. Weiter Richtung Norden geht's dann ganz plötzlich rechts ab in Richtung Atlantischer Ozean. Dort angekommen verlassen wir den Loop für einen kleinen Abstecher nach Flagler Beach. 10 Meilen genieße ich den Ausblick aufs Meer, da macht es auch nichts aus, das durch die salzige Luft und der steifen Brise, durch die Sonnenbrille nur wenig zu erkennen ist. Bei Finns Taverne, einem der genialsten Plätze zum verweilen angekommen, geht's auf die Sonnenterasse und bei einem kalten Bier gibt's einen genialen Ausblick über die Kilometer langen weißen Strände der Region.

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Zurück auf der A1A biegen wir auf den John Anderson Drive und fahren wieder am Wasser vorbei Richtung Ausgangspunkt in Ormond Beach. Da noch etwas Zeit bis zum Sonnenuntergang war, stand noch der Ponce de Leon Leuchtturm auf dem Programm.

Am nächsten Tag ging es auf der State Road 40, die ersten 80 km immer gerade aus Richtung Ostküste! Als einem schon die Hände einschlafen wollten, kam das erlösende Straßenschild. Abbiegen zu den warmen Quellen von Alexander Springs. Hier hat das Wasser das ganze Jahr über 21 Grad, und das schwimmen soll eine heilende Wirkung haben. Um die Füße noch ein wenig von der Kupplung abzulenken, wird ein kleiner 1 Meilen langer Trail(Rundweg) in Angriff genommen. Hier erfährt man alles über die ansässigen Indianerstämme, den subtropischen Wald und der ansässigen Tierwelt. Ich glaube keiner rechnete damit, dass ein 3 Meter langes Krokodil am Wegesrand lag, und in der Sonne brutzelte. Aber auch das, wurde dank meiner physischen Stärke überstanden.

Wieder auf zwei Rädern ging es durch den Ocala National Forest, einen der schönsten in Florida überhaupt, an Silver Springs vorbei weiter gerade aus!

Nach zwei Richtungswechsel und einem kleinen Zwischenstopp in einer urigen Piraten Kneipe, ging es nach knapp 300 km zurück zum Hotel.

Eine kleine Tour sollte dann der krönende Abschluss werden. Das am Ende jedoch der Kilometerzähler, mehr noch als in den vergangenen Tagen beansprucht wurde, lag mal wieder am glorreichen Florida Wetter. Denn nach 6 Monaten Kälte in Deutschland, kann man gar nicht anders. Aber der Reihe nach. Diesmal nach Süden, ging es in den Cape Canaveral National Seashore Park. Kurz vor einer der zahlreichen Schifffahrtsbrücken, gab es eine Aussichtsplattform. Dort angekommen, tummelten sich einige der seltenen Manattees, Floridas Wahrzeichen, vor mir in den warmen Gewässern. Sehr interessant die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können. Etwas weiter gab es einen wunderschönen Ausblick auf die Raketen Abschussrampen von Cape Canaveral. Näher als von hier, kommt man auch vom Visitor Center nicht heran. Da ein Start kurz bevor stand, war das Glück auf meiner Seite.

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Denn die Discovery wartetet angedockt auf den Einsatz. Abgerundet wurde das Ganze noch von dem wirklich samtweichen Sandstrand, der ganz in der Nähe noch auf mich wartete. Dann brachte mich meine Harley-Davidson auf dem Highway 50 Richtung Sanfort, noch am riesigen Lake Monroe vorbei. Die Ausmaße des Sees sind schon sehr beeindruckend, dennoch kann er zu ¾ des Weges an der Uferstraße befahren werden. Was natürlich aufgrund des "Sightseeings" nicht ganz unbedeutend ist. Da es schon fast dazu gehört, den Abschluss des Tages mit einem Halt in einem der Saloons zu beenden, fuhr ich noch die Fox Head Lounge in Osten an. Wer mal richtige Biker beim Feiern erleben möchte, ist hier an der richtigen Stelle.          

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Wie immer vergehen die Tage auf dem Bock nur so im Fluge, und ein paar mehr Kurven wären sicherlich schön gewesen. Dennoch sei zum Ende mit meiner Ruhrpott Schnauze gesagt: " Auch cruisen in Central Florida hat was! " Und das schönste daran ist, es gibt noch viele andere amerikanische Staaten zu erleben und so starten wir mit einer Big Block Leserreise nach Arizona und Nevada. Hierzu anschließend mehr!

DeKa

Ruhrpott Chapter Germany